| Reisen 42/2002
Ebene, riesig von Träumen
-------------------------------------------------------------------------------- Zwischen Wanderdünen und dem Tor der Morgenröte liegt Litauen, das Gastland der Frankfurter Buchmesse. Hier fand der deutsche Dichter Johannes Bobrowski seinen poetischen Kontinent: Eine Seelenfriedenlandschaft, durchzogen von Strömen und düsteren Erinnerungen von Christof Siemes Das also ist sein Stoff. Ein paar Wege aus Sand, versprengte Häuser im Stadium zwischen gerade noch bewohnt und schon vergessen, sachte Hügel, die Rücken bestanden mit Kiefern, Birken, Pappeln, dahinter der Fluss, der sich durch Wiesen und Brombeerwildnis schlängelt wie eine Blindschleiche. Darüber Harzgeruch und Stille, an die nur in der Ferne ein Hammer schlägt. Aus dieser Gegend, die man in ihrem selbstvergessenen Schlaf, Schlaf aus Spinnweb und Krötengold, kaum Landschaft nennen mag, hat Johannes Bobrowski einige der schönsten Verse deutscher Sprache gewonnen. In der großen Stille komm ich zu dir, schöner Bruder der Wälder, der Hügel, mein Fluß. In der Stille des jungen Tags im Beerengesträuch komm ich den Sandpfad. Mein Kahn folgt deinem Herzlaut, dem immer jähen Wassergeräusch unter der Kühle. Die Jura heißt das Gedicht, heißt der Fluss, dessen kaum hörbarem Geglucker der Dichter zeitlebens nachlauschte, nachsprach. Hier, im Süden Litauens, in dem Dorf Mocickiai, das damals Motzischken hieß, verbrachte Bobrowski in den dreißiger Jahren die Sommer auf dem Gehöft der Großeltern. Von hier stammt der 1917 in Tilsit Geborene, hier heiratete er seine Frau Johanna, mit der er nach Krieg und Gefangenschaft in Ost-Berlin lebte - als Lektor für den Union Verlag, als in beiden Deutschlands preisgekrönter Dichter. Bis zu seinem frühen Tod 1965 blieb die Kindheitslandschaft sein Lebensthema, er weitete sie aus zu einem poetischen Kontinent, zu seinem »Sarmatien«, wie er die Gegend zwischen Weichsel und Wolga nach einer antiken Weltkarte nannte. Ebene, riesiger Schlaf, riesig von Träumen, dein Himmel weit, ein Glockentor, in der Wölbung die Lerchen, hoch - Die Kinder, die heute die einsame Bushaltestelle von Motzischken belagern und den Fremden auf der Fährte der Poesie argwöhnisch umtoben, ahnen nichts von Bobrowskis Versuch, dem einst hier ansässigen Völkergemisch aus Litauern, Polen, Russen, Deutschen und Juden ein Denkmal aus Gedichten zu setzen, einen »Sarmatischen Divan« zu schreiben, der einen Teil des Leids tilgen sollte, das die Deutschen den »Völkern des Ostens« zugefügt haben. Niemand spricht mehr deutsch in Mocickiai, die Gegend ist so verlassen, dass die Grenze von traumhaft zu trostlos so schmal ist wie der Weg, der an der Jura entlang zu den zugewucherten Grabsteinen des Friedhofs führt. Nur die Hauptstraße ist asphaltiert; wer sie verlässt, etwa auf der Suche nach den Schauplätzen von Bobrowskis Roman Litauische Claviere, nach Bittehnen, Schreitlaugken, Prussellen, stellt den Mietwagen auf eine harte Probe. Dies ist eine Art Zonenrandgebiet, mit der Memel als Grenze; jenseits des Flusses liegt Russla! nd, das Königsberger Gebiet. Hier wird bald, so hoffen die Litauer, Europa offiziell zu Ende sein, wenn ihr Land 2004 in die EU eintritt. Dass die Russen visafrei ins Land kommen, soll noch in diesem Jahr Geschichte werden; man übt schon mal, als loyaler Lehnsherr die Festung Europa zu verteidigen. Windschiefe Heuschober, zerfallende Silos erzählen die Geschichte der Landflucht auf Litauisch, sie klingt genauso wie überall: Die Zukunft ist die Stadt, aus Äckern wird Brachland, europäische Steppe, wo ab und an eine Kuh angepflockt ist. Landwirtschaft ist hier trügerische Selbstversorgeridylle. Die wellblechgedeckten Holzhäuser sind gegürtet mit Bauerngärten, in denen Malven wie pastellfarbene Schwerter stecken, Milchkannen und Bienenkörbe stehen Spalier, und der obligatorische Ziehbrunnen macht noch aus der kleinsten Hütte ein selbstgenügsames Minireich. Die träge Unaufhaltsamkeit, mit der die Nemunas, die Memel, sich durch die Wiesen schiebt, rhythmisiert nach wie vor den Gang aller Dinge. Am äußersten Scheitelpunkt der Waschbrettpiste rund um die Willkischker Höhen schaukelt ein Günter-Grass-Double auf dem Klapprad entlang. Was sucht der Mensch hier, fernab von allem, was ein Ziel sein könnte? Der Fluss fließt in einer eigenen Zeit, jenseits von allem Zweckdenken.! Und der Himmel dunkelt von Vogelheeren. In der Luft aus schlagenden Flügeln, hoch, Schilflaut, Brunnenrauch, harziger Wälder Rauch. An den Birken, über dem Ufer nun stehn die Frauen, mit Bändern, gelben und roten - eine an den gewölbten Leib zieht sie die Töchter, die jungen Söhne baden im Strom Schwimmen freilich ist nicht mehr, die Papierfabrik am anderen Ufer, in Ragnit, versetzt dem Fluss die letzte von zahlreichen Giftspritzen, bevor er sich in einem weiten Delta ins Kurische Haff davonmacht. Hinein in das fließende Grau, dem nur hin und wieder ein Wind Silberfäden einpustet, trauen sich nur wenige Angler, in Wathosen und wissend, dass sie nichts als Katzenfutter fangen werden. Der Gipfel der Aufregung in dieser Seelenfriedenlandschaft ist der Rombinus, der Götterberg der alten Litauer, 45,8 Meter über Normalnull.
Berg, unzähligen Alters, eingestürzt, gesunken auf den Strom. Im Harzrauch wittert der Stein, der Blutstein. Vätergesang, ein großer Schall, um ihn her. Der Donnergott Perkunas höchstselbst soll einen Opferstein auf dem Gipfel des Sandhügels aufgestellt haben. Als drei geschäftstüchtige Müller im 19. Jahrhundert den göttlichen Altar zu Mühlsteinen verarbeiten wollten, war der Stifter not amused, strafte den einen mit Blindheit, dem anderen brach er einen Arm, den dritten raffte er gleich ganz dahin. Und weil Napoleon auf dem Rückzug aus Russland hier angeblich seine Kriegskasse verbuddelt haben soll, ließ die Regierung kurz nach der Unabhängigkeit 1991 zur Sanierung der Staatsfinanzen den Boden umpflügen - erfolglos. Solcherart sind die Geschichten, die sich um die in Wahrheit reichlich unspektakuläre Lichtung ranken, einen heimeligen Waldpicknickplatz mit grandiosem Blick auf die Memel. Zwei steinerne Monumente undefinierbaren Alters sind noch übrig vom heidnischen Zauber; die Betonfundamente einer Art Freilichtbühne ein paar Meter weiter künden davon, dass selbst in jüngerer Zeit hier oben archaische Feiern abgehalten wurden. Das Walddunkel am Fuß des Berges behütet einen kleinen Friedhof, wo an akkurat geharkten Wegen die Aschmoneits, Jankus, Potschkas ruhen, lauter Bobrowski-Namen. Der Dichter war nie nur Naturlyriker, Landschaft interessierte ihn als Schauplatz von Geschichte. Die fand er vor allem in den Städten, die er immer wieder besuchte, in Kaunas oder in Vilnius: Wilna, du reifer Holunder! Mit grünen Augen ist deine Wolfzeit versunken. (...) Ach, der Himmel, ein weißes wehendes Tuch, geschwungen schön von den Liedern der Dörfer. An ein Dorf erinnert in der Stadt mit 580 000 Einwohnern heute kaum noch etwas. Selbst die lange vergessenen Stadtteile wie das Künstlerviertel Uzupis, in deren stilvoll verfallenden Hinterhöfen man noch vor kurzem eine Zeitreise in die dreißiger Jahre machen konnte, sind wie mit einem großen Stecker plötzlich angeschlossen an eine neue Zeit. Am Hang über der Altstadt beispielsweise hat das coole Café Tores dem lichten Wald oberhalb der Flüsse Vilnia und Neris eine Panoramaterrasse abgeknapst. Von hier schweift der Blick über den Burgberg, das Kirchturmgewimmel, die Trabantenstädte auf den Hügeln ringsum. Wie ein Palimpsest sei die Stadt, sagt der bekannteste litauische Lyriker, Tomas Venclova, ein immer wieder überschriebenes Dokument, dessen einzelne Schichten lesbar bleiben wie beim einzig erhaltenen Stadttor, das die Polen Ostra Brama, Scharfes Tor, und die Litauer Aucros Vartai, Tor der Morgenröte, nennen. Gotisch ist der Kern, aus der Renaissance die Hülle und fromm bis heute sein Gehalt. Eine in vergoldetes Silberblech gehüllte Ikone der Barmherzigen Muttergottes thront in der Torkapelle, die Stufen hinauf sind von frommen Füßen und Knien breit gelatscht, breit gerutscht. Zu jeder Tageszeit drängen sich die Gläubigen in der Kammer, beten im Schweiße ihres Angesichts, während draußen der Baulärm unablässig von der Erneuerung, Neuerfindung der Stadt kündet. Die einzelnen Schichten des Palimpsestes werden fein säuberlich präpariert, das verspielte Geschnörkel der Backsteingotik, das Dralle des italienischen Barock, dessen nordische Variante freilich so wirkt, als sei ! sie von derben Bauernhänden modelliert, schließlich der steifweiße Klassizismus der Kathedrale. In dem großen Loch daneben wird nach den Fundamenten der Unteren Burg gebuddelt, und was im großen Berlin jahrelang debattiert wurde, ist hier längst beschlossen: Die vor 200 Jahren abgerissene Residenz soll wieder aufgebaut werden und 2009, zur 1000-Jahr-Feier des Landes, fertig sein. Unwiederbringlich dahin sind große Teile des jüdischen Viertels, das Festgetön deiner Juden, von dem Bobrowski spricht und das einst aus mehr als 100 Synagogen und Bethäusern scholl, wurde zwischen 1941 und 1943 von den deutschen Besatzern brutal abgewürgt. Damals lebten über 55 000 Juden in Vilnius, rund 40 Prozent der Einwohnerschaft, kaserniert im kleinen und großen Ghetto beiderseits der Vokieciu gatve, der Straße der Deutschen, einer der ältesten der ganzen Stadt. An der Stelle des kleinen Ghettos steht heute eine Wohnzeile im schönsten Stalin-Barock, ein paar Gedenksteine erinnern an diese Schicht des Palimpsestes, mit deren Entzifferung die Litauer sich nicht leicht tun - wer will schon gerne eine Kollaborationsgeschichte lesen, eine, wie sie Bobrowski in Kaunas 1941 erzählt? Auch in der zweitgrößten Stadt Litauens gab es eine große jüdische Gemeinde. Noch vor der Einrichtung des Ghettos im Sommer 1941 inszenierte die Sicherheitspolizei ein Pogrom, b! ei dem freigelassene litauische Zuchthäusler Hunderte Juden mit Eisenstangen erschlugen. Als deutscher Soldat auf dem Weg nach Russland kam Bobrowski unmittelbar darauf durch die Stadt: Weich / gehn wir, im Moderduft, in der Wölfe Spur. Vom jüdischen Viertel blickte der Dichter hinab auf Kaunas und die im Zinkblechgewand silbrig glänzende Kuppel der russischen Kathedrale am Ende der schnurgeraden Freiheitsallee. 1,7 Kilometer lang und 30 Meter breit ist der Boulevard, der die historische Altstadt am Memelufer mit der Neustadt verbindet, an dem sich Museen, Theater, die Universität aufreihen. Heute bedrängen die Betonruinen von zwei gescheiterten Hotelprojekten das poetische Bild, im Schatten der Eichen rostet ein Vergnügungspark mit Schiffschaukeln und Autoscooter seinem unrühmlichen Ende entgegen. Jetzt hat man den besten Blick vom Stadtteil Aleksotas aus, am anderen Memelufer, wo eine alte Drahtseilbahn zur Aussichtsplattform ruckelt, Schweizer Wertarbeit von 1937. Das grandiose Panorama verschleiert, dass die Stadt, die zwischen 1920 und 1939 sogar Regierungssitz war, einstmals Schnittpunkt des Handels zwischen Venedig, England, Schweden und der Hanse, dass dieses »Herz Litauens« stirbt. In den vergangenen zehn Jahren verlor Kaunas neun Prozent seiner Einwohner, auch die schicken Läden und Straßencafés entlang der Freiheitsallee haben sie nicht halten können. Der Aufschwung ist anderswo: in Vilnius oder ganz im Westen des Landes, auf seinem zum Weltkulturerbe erklärten Vorposten in der Ostsee, auf der Kurischen Nehrung. Hinausgereckt, ein kahler Arm aus Erde, in flirrend heiße Sände tief vergraben. Und Gärten sind, verklammte, regennasse, daran sich Hütten klammern, windgewohnte. Aus den Hütten, die Bobrowski in seinem frühen Gedicht über die Halbinsel beschreibt, sind vielfach schon ansehnliche Ferienhäuser geworden. 50 Kilometer feinster Sandstrand, dahinter ein naturgeschützter Kiefernforst, durch den eine Herde Elche trabt - wo findet man das sonst in Europa? Tourismus heißt das Gewerbe, das nach dem industriellen Bernsteinabbau im 19. Jahrhundert und der kaum mehr einträglichen Fischerei im Kurischen Haff die vier Nehrungsdörfer blühen lassen soll. Noch wabert Fischgeruch über dem Ortseingang von Juodkrante, Schwarzort, wo auf einem riesigen Feld Hunderte Netze zur Kur hängen; im Sommer haben die Fische im Haff, der kaum fünf Meter tiefen Riesenbadewanne zwischen Halbinsel und Festland, Schonzeit. Doch die Preise für Ferienimmobilien haben fast Sylter Niveau, was man angesichts des realsozialistischen Angebots im Supermarkt kaum glauben mag. Bislang hat ein Großteil der deutschen Gäste ostpreußische Wurzeln. Auf der Suche nach Herkunft, Heim! at, Kindheitsmustern schlagen sie hier ihr Basislager für Expeditionen ins Königsberger Gebiet auf. Doch bald sollen die Erinnerungssucher von normalen Touristen abgelöst werden. Schon Thomas Mann hatte hier ein Haus und tat landestypisch, mit Fassaden braun wie die Erde, Fensterläden blau wie der Himmel und Rahmen weiß wie der Sand. Drei Sommer lang genoss er seinen »Italienblick«, nobelpreisträgeradäquat von höchster Stelle am Rand von Nida, Nidden. Dahinter hockt die Düne, halben Blickes, mit Sand nur, Körnern Sand sich näherdrückend, bedrohlich näher, schweigsam sehr am Tage, wie tot im Licht - doch nächtens flüsterts drüben hinunter in die Halme. Eine imposante Yin-und-Yang-Landschaft ist die Nehrung, oft liegen nur wenige hundert Meter zwischen dem friedlichen Süßwasser im Haff und dem rauen Salzwasser der unermüdlich anrollenden Ostsee. Die Idylle kann lebensgefährlich sein, ganze Dörfer hat der unschuldig weiß in der Sonne gleißende Sand verschlungen, denn wenn der Wind die bis zu 60 Meter hohen Dünen einmal in Bewegung setzt, machen sie vor nichts Halt. Viermal floh allein das Dorf Nagliu, Neegeln, vor den Sandmassen, bis es 1834 endgültig unter den Toten Dünen verschwand. Kein Wunder, dass die hölzernen Denkmäler auf dem Friedhof von Nida nicht an Kreuze, sondern an heidnische Totems erinnern. Im Angesicht einer derart gewaltigen und gewalttätigen Natur vertraut man lieber auf ältere Götter als auf den der Christen. Hier, in dieser Sandkiste der Riesin Neringa, die den Sand in ihrer Schürze sammelte, schwingt sich Litauen auf zu einer stillen Majestät, die in Europa nicht ihresgleichen hat. O Land, das ich geliebt wie anders nichts! (...) Und Wolken überm Dünenrand. Die wehen. Information Ankunft: Lithuanian Airlines fliegt täglich von Frankfurt und Berlin-Tegel nach Vilnius, von Mai bis September auch einmal pro Woche direkt nach Palanga. Tel. 089/55 25 33 41, www.lithuanian-airlines.de Unterkunft: In Vilnius: Hotel Europa, Aucros vartu str. 6, 2001 Vilnius, Tel. 00370/266 07 70, www.hoteleuropa.lt. Erstklassiges Haus in der Altstadt am Tor der Morgenröte, EZ ab 90 Euro In Kaunas: Minotel, V. Kuzmos str. 8, 3000 Kaunas, Tel. 00370/37 20 37 59, www.minotel.lt. Ruhiges Drei-Sterne-Haus in der Altstadt. EZ ab 50 Euro Veranstalter: Nehrung Reisen Auschra und Werner Feser, Am Martinshof 21, 79263 Simonswald, Tel. 07683/13 00, www.nehrung-reisen.de. Das litauisch-deutsche Ehepaar bietet individuelle Quartiere auf der Kurischen Nehrung und kenntnisreich zusammengestellte Reisen für das gesamte Baltikum an Literatur: Johannes Bobrowski: »Gesammelte Werke in 6 Bänden«. Deutsche Verlags Anstalt, Stuttgart 1998 Marianna Butenschön: »Litauen«. Verlag C. H. Beck, München 2002; 176 S., 12,90 Euro Tomas Venclova: »Vilnius«. Stadtführer; R. Paknio Verlag, Vilnius 2002 (überall in Vilnius für rund 10 Euro erhältlich) »Baltische Staaten«. Nelles Verlag, München 2002; 256 S., 10,90 Euro Die Straßenkarte »Nördliches Ostpreußen« (Höfer Verlag, Dietzenbach) verzeichnet die Ortsnamen im Bobrowski-Land auf Litauisch und Deutsch Auskunft: Baltische Tourismus Zentrale, Salzmannstraße 152, 48159 Münster, Tel. 0251/215 07 42, www.gobaltic.de
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